Bremervörder Anzeiger - 02.07.2013
Autor: Lutz Schadeck
 

 

Cajun X spielte im Cultimo zur Sommerpause auf

 

Den Saal zum Kochen gebracht

 

 

Das Cultimo hatte am Samstag zum letzten Event vor der Sommerpause eingeladen. Und viele, sehr viele Besucher kamen.

 

So viele, dass die Zwischentür vom Veranstaltungsraum zum Nebenraum geöffnet und noch etliche Stühle bereitgestellt werden mussten. Grund des Andrangs: Cajun X. Das ist eine fünfköpfige Band aus Freizeitmusikern der Umgebung. Und die spielen eine Musik, die sich Cajun nennt.

 

Cajun-Musik vermengt französische, irisch-schottische, karibische und ja - auch indianische kulturelle Einflüsse. Manfred Fränkel am Akkordeon klärte mit launigen Kommentaren das wissbegierige Publikum über die Ursprünge der Musik auf. So brachten französisch-stämmige Einwohner, aus der ostkanadischen Region Akadien brutal vertrieben und in den Süden der USA nach Louisiana gezogen, die Musik mit. Früher wurden die Lieder nur auf Fiddles gespielt, begleitet mit Löffeln (Cajun spoons) und „Tit-fer“ (kleines Eisen), einer Triangel als Rhythmusinstrumente. Das Melodeon soll dann mal an die Küste gespült worden sein und wurde integriert. Tatsächlich aber brachten deutsche Einwanderer um 1880 das deutsche Melodeon (Handharmonika, diatonisches Knopfakkordeon) mit, das heute Cajun Accordion heißt.

 

Genug der Theorie. Viel besser war das, was die fünf Musiker spielten. Hajo Olfs (Cajòn, Bodhran, Perkussion) fasste das Wesen von Cajun so zusammen: „Cajun, dat is Musik, wo du mit de Föt pedden musst.“ Und ab ging der Zug aus Neu-Schottland nach Louisiana mit „City of New Orleans“. Begeisterter Zwischenruf aus den Reihen des „peddenden“ Publikums: „Schöön!“ Da fiddelte Christiane Träger schön schräg auf ihrer Geige, traktierte Gerd Rudlof die Saiten seiner Gitarre zum stampfenden Beat, den die ruhelose Claudia Buhmann zu ihrem Gesang stampfte.

 

„Cajun-Musik geht wirklich ab!“ Das wurde mehr als deutlich bei „Jambalaya“. Das sei so etwas wie eine musikalische Paella, meinte Manfred Fränkel. „Ein Gericht, wo man alles reinschmeißen kann.“ Sollte heißen: Hier kam die bunte Mischung diverser Musikrichtungen in ein Stück zusammen. Und das ging ab. Den Schalk haben die fünf allerdings auch dabei gehabt. „Der Cajun-Walzer, na ja, das ist eigentlich nicht so ein prickelndes Thema.“ Anders bei Cajun X. Sie mischten es mit Lokalkolorit. Wer die eingestreuten norddeutschen Lieder erkannte, durfte lauthals mitsingen. Es machte einfach Spaß. Nicht nur dass die Instrumentalisten ihr Metier beherrschten, die Sängerin  Claudia Buhmann tanzte zur Thematik der jeweiligen Lieder. Mal stampfte sie über die Bühne, riss das Publikum mit, mal sang sie wie eine Straßengöre die französischen Lieder.

 

Toll! Den vollen Saal richtig zum Kochen brachten die Musiker mit der letzten Zugabe „See you later alligator“. Und was meinte das Publikum? Eine begeisterte Zuhörerin: „Ich hab zwar immer noch keine Ahnung, was Cajun ist. Aber es macht einfach Spaß.“

 

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See you later, alligator !