Zevener Zeitung - 30.11.2013

von Joachim Schnepel / Irmela von Lenthe

 

Cajun X stürmt die Gyhumer Hofscheune

Von Rap bis Pastor sien Kauh ist alles vertreten – Musiker aus Zeven begeistern Publikum

 

GYHUM. Zum Konzert mit der Gruppe Cajun X hatte jetzt der Gyhumer Kulturverein in die neue Gyhumer Hofscheune eingeladen. Das geht aus einem Presseschreiben des Kulturvereins hervor. Bequeme Stühle aus dem Reha-Zentrum standen zur Verfügung, Heizstrahler vom Heimatverein erzeugten die nötige Wärme, der noch im Bau befindliche Weg zur Scheune war mit Kerzen und Lampen ausgeleuchtet war und der Ortsbeauftragte fungierte als Platzeinweiser.

 

  „Nur schade, dass man nicht mittanzen konnte“, war der Kommentar einer begeisterten Besucherin. Denn dafür war es einfach zu eng. Das sei allerdings eine Klage auf hohem Niveau, so Irmela von Lenthe vom Kulturverein. Zu viele Cajun X-Fans baten um Einlass, worüber sich der Kulturverein natürlich besonders freute und es auch dank des verständnisvollen Publikums dennoch schaffte, alle mit Sitzplätzen zu versorgen. Selbst für das leibliche Wohl war, wie man es vom Gyhumer Kulturverein gewohnt ist, gesorgt. So wurden fleißig Schmalz- und Kräuterquarkbrote gestrichen und mit Punsch, Wein, Sekt oder Bier genossen.

 

  Wie schön, wenn ein Musiklehrer seinen Bildungsauftrag nicht nur auf die Schule beschränkt, sondern ein breites Publikum an seiner Begeisterung für Musik teilhaben lässt. An verschiedenste Musikstile hat uns Manfred Fränkel in immer wieder neuen Bandbesetzungen schon herangeführt. Momentan sei es die Liebe zur Cajun Musik, woraus sich der Bandname entwickelt habe: das „X“ stehe vielleicht für etwas X-Beliebiges, das gut zum Cajunstil passe.

 

  Die kreative Freiheit erlaube auch deutsche Rapversionen oder wie Manfred Fränkel es bezeichnete: „Wie ein Geschenk verpackte plattdeutsche Lieder, die sich erst bei genauem Hinhören glücklich zu erkennen geben, so dass man sie einfach mitsingen muss“, wie bei „Herrn Pastor sin Kau“. Musik, die es schafft, alltägliche Probleme einfach wegzusingen und dazu noch gut anzuhören und mitreißend sei, das mache Cajun X in vortrefflicher Weise vor.

 

  Vielleicht habe alles mit Christoph Kolumbus´ Entdeckung Amerikas seinen Anfang genommen. Europäische Siedler, die ihm folgten, mussten sich zwangs-läufig mit der Kultur der einheimischen Indianer auseinander setzen. „Der Einfluss der für uns Nordeuropäer beneidenswerten Sonne am Mississippi beeinflusste wohl auch die Musik, in der Alltagsprobleme auf fröhliche, freche, teils ungeniert sarkastische, mitreißende Weise verarbeitet werden – sprachlich ein Mix aus französisch, englisch und platt“, so von Lenthe.

 

  Nicht ohne Zugabe fand der Abend ein spätes Ende. Die perfekte Präsentation dieser Musik verdankt diese Veranstaltung dem äußerst sympathischen, temperamentvollen Sprach- und Gesangstalent Claudia Buhmann, dem Ideengeber, Akkordeonspieler und Moderator Manfred Fränkel, dem einfühlsamen Rhythmusgeber Hajo Olfs, dem melodisch bis groovigen Gitarristen Gerd Rudloff, der virtuosen Geigerin Christiane Träger, dem Improvisationskünstler am Kontrabass Matthias Zeißig und nicht zuletzt dem kritischen Ohr am Mischpult Ingrid Gruhn-Fränkel. (js)

 

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